Anitra?!? Mit „r“? Richtig.
Das Gehei
mnis des „R“ lüfte ich später. Ich muss mit einem Vorwort starten: Ich finde es sehr albern, von mir selbst in der dritten Person zu schreiben. Wenn Sie meine Vita druckreif und neutral möchten, zum Beispiel für Ihr Programmheft oder Ihren Vorstand, dann bedienen Sie sich bitte. Hier habe ich ein paar konservative Zeilen zum Runterladen bereitgestellt, druckfähige Fotos finden Sie hier.
Und jetzt die zensierte Vita-Variante, exklusiv für Sie. Also: Ich bin seit 39 Jahren* Anitra Eggler, Digital-Therapeutin aus Liebe zum Web, Bestseller-Autorin aus Schreibleidenschaft, begeisternde Top- 100-Rednerin und Dozentin. Mein Arbeitgeber ist meine Lebenszeit. Ich arbeite hauptberuflich und zu besten Konditionen für ihn. Dafür bin ich dankbar, denn das war nicht immer so…
1995 bis 2010: 24/7 Herzblutspenderin und Hell-seherin
Die 15 Jahre vor meiner Selbstständigkeit habe ich 24/7 Kommunikationsherzblut gespendet als Journalistin, Sterndeuterin, PR-Uschi, Mimosendüngerin, Kreativdirectrice, Online-Schubse, Kochkolumnenschreiberin, Web-Missionarin, Neurosengärtnerin, Servierfräulein, Textfeuerwehr, Projektpeitsche, Medienmanagerin, Crossmedia-Predigerin, Brandmeisterin, Startup-Dompteuse, Kommunikationszirkusdirektorin, Geschäftsführerin und Hell-Seherin.
Noch weiter zurück liegen ebenso fabelhafte wie lehrreiche Engagements als Callcenter-Sklavin, Mandel-Verleserin, Billigjeans-Büglerin, Kinderchorsängerin, Mautkassiererin in unserer Straße und… – den Rest erspare ich Ihnen. Ich war jung und brauchte das Geld. Na gut, die Geschichte wie ich mit 20 Jahren von der Todesanzeigentexterin durch wöchentliche Nahtoderfahrungen zur Journalistin wurde, ist so gut, dass ich Sie Ihnen hier erzähle. Wenn Sie sich ablenken lassen möchten, dann klicken Sie jetzt hier und sagen Sie zehn Minuten später bitte nicht, ich hätte Sie nicht vorgewarnt.
Die Bilanz? 3.716.769 E-Mails, vier Lebensjahre im Internet verbracht
„Nimm dir, was und so viel du willst“, sagt Gott, „aber bezahl den Preis!“. Habe ich brav getan: Alle Karrierestationen hatten einen gemeinsamen Nenner: Highspeed-Kommunikation, immer online, volle Dosis. Die Bilanz? Gefühlte 3.716.796 E-Mails in allen möglichen und unmöglichen Arbeits- und Lebenslagen bearbeitet, eineinhalb Jahre vermailt, zweieinhalb Lebensjahre im Internet versurft. Wie ich vom Burnout-Boarderliner (netter formuliert: E-Mail-, Internet- und Informationsjunkie) zur effizienten Digital-Domina mit Freizeit und Privatleben wurde, verrate ich in „E-Mail macht dumm, krank und arm – Digital-Therapie für mehr Lebenszeit“. Wie ich es geschafft habe, mein Internet-Ich in einen Karriere-Turbo und einen sozial verträglichen Zeitgenossen zu verwandeln, lesen Sie in „Facebook macht blöd, blind und erfolglos – Digital-Therapie für Ihr Internet-Ich“.
Name-Dropping: Und warum ich es hasse
Jetzt mö
chten Sie sicher wissen, welche Firmen, Marken und Namen ich mir bislang auf die Referenzbrust geheftet habe. Da bin ich erstmal ganz ehrlich: Ich hab’s nicht so mit Name-Dropping, aber ich weiß, viele Menschen erwarten das, weil sie denken, dass diese Information etwas über Wert und Wichtigkeit aussagt. Sehe ich anders. Für mich ist der Tankstellenscheibenputzer mit Migrationshintergrund (ist das nicht eine grässliche Ausdrucksweise?) genau so wichtig und wertvoll wie der Vorstand eines Mineralölkonzerns. Hauptsache, er versteht sein Handwerk, hat das Rückgrat in der Geraden und eine Dosis Charme zur freien Entnahme. Ich habe übrigens auch keinen vollwertigen Studienabschluss und bin sehr stolz darauf seit ich in Österreich lebe, und erleben muss, wie viele dumme Menschen einen falschen Titelstolz tragen, der auch vor dem Grabstein nicht Halt macht.
Exkurs zu „Angelina“ und „Franzi“*
Deshalb eine Bitte: Falls wir einmal persönlich miteinander kommunizieren, nehmen Sie es als Kompliment, wenn ich Sie mit Ihrem Namen und nicht mit Ihrem Titel anspreche. Und bitte vermeiden Sie es, mich „dezent“ darauf hinzuweisen, dass Sie wahnsinnig wichtig sind, indem Sie andere „VIPs“ mit Kosenamen ins Gespräch bringen, die nicht mal seine ärgsten Feinde benutzen würden, z.B. „Angelina“ für die deutsche Kanzlerin oder „Franzi“ für den Papst**. So etwas beleidigt meine Intelligenz und meine investigative Recherchefreude. Meine Zeit ist mein wertvollstes Gut – ich verschwende es sparsam. Wenn es an Sie ist, dann können Sie sicher sein, dass ich Sie für wichtig und wertvoll halte und es einen guten Grund dafür gibt.
Schluss mit der Ehrlichkeit.
Ich will ja schließlich Ihr Informationsbedürfnis befriedigen, deshalb breche ich hier ein Prinzip und droppe Sie voll. Hier beginnen sechs Absätze für Gierige.
Für folgende Medien habe ich zwischen 1993 und 2001 geschrieben:
Argentinisches Tageblatt, Passauer Neue Presse, Astrowoche, Süddeutsche Zeitung, werben & verkaufen, e-market (wurde 2004 eingestellt, aber im “w&v”-Archiv finden Sie via erweiterte Suche “Anitra” noch einige Artikel von mir), tomorrow (gehörte zur legendären Verlagsgruppe Milchstraße, wurde 2004 von Hubert Burda gekauft und eingestampft), Max, Vivi@n (das war der „Focus“ für Frauen, leider mit schnellem Kindstod), Der Journalist, dann noch für unzählige Kundenmagazine und Live-Berichterstattung inklusive Messe-TV-Produktion für cebit.de, internetworld.de.
Folgende Kunden habe ich mit Kreativleistung und Digitalien beglückt:
En detail mit Marketing-Kampagnen aller Art (also on-, off-, below und above the line), Crossmedia-Strategien, Kommunikationskonzepten, Online-Auftritten, Intranets, Kundenmagazinen, Mitarbeitermagazinen und jeder Menge anderer schöner Dinge.
BMW, Payback, HSE24, SOS Kinderdorf, Amazon.de, O´Neil sowie Gras und Sterne (das ist eine Firma, kein Motto) als Textchefin und Managing Partner von move Communication, 1998 bis 2001 in München.
OMV, Spar, Hervis, Böhler-Uddeholm, Böhler-Thyssen, Verbund, Erste Bank und Sparkasse, Niedermeyer, McDonald´s, Tageszeitung Heute, 11880.com, telegate, T-Online, Kärnten Werbung, Wiener Ärztekammer, Petrom, Sandoz, Novartis als Kreativgeschäftsführerin von holzhuber impaction, 2001 bis 2007 in Wien.
Als Geschäftsführerin von mamma media habe ich Crossmedia-Strategien für die Magazine der Styria Multi Media entwickelt, von 2007 bis 2010 Österreichs ersten Online-Verlag für Special Interest Portale aufgebaut und alle Marketingagenden von SEM bis TV verantwortet. Benchmarks meines Schaffens sind die Flaggschiffportale sportnet.at und autonet.at.
Als Digital Mastermind von PKP BBDO habe ich nationale und internationale Werbeetats von Kraft Foods (u.a. Philadelphia, Jacobs Krönung, Scheibletten uvm.), Mars (u.a. M&M’s, Frolic, Cesar, Perfect fit, Wrigely’s, 5Gum, Orbit), easybank, Iglo und Salzburger Land betreut.
In diesen Jurys habe ich mehr getan, als die Hand gehoben
Cyber Lions, Cannes, 2006; Young Lions, ORF, Wien, 2007; Staatspreis für Multimedia und E-Business, Wien, 2007, 2008, 2009, 2011; UN Youth Award, Online, 2010. Unter uns Online-Lesern, Jury-Arbeit ist Knochenarbeit – meine Sitzung zum Staatspreis 2011 dauerte am Jury-Samstag von 4.15 Uhr (Aufstehen) bis 23.30 Uhr (Ende der Jury-Sitzung in Salzburg) bzw. 1.45 Uhr (Ankunft im Hotelzimmer).
Und heute?
Heute tue ich das, was ich am meisten liebe und deshalb auch am besten kann
Ich schreibe kreative Selbsthilfe-Bücher, teile meine Expertise als Rednerin bei internationalen Konferenzen, Kunden-Events und Veranstaltungsreihen und halte mit großer Begeisterung Vorträge und Workshops (Einschub für Namedropper: für Kunden wie IBM, Mercedes Benz, Daimler Benz, OMV, Procter & Gamble, Tchibo, Astra Zeneca, L’Oréal, KPMG, Atos, Verbund, Reed Messe, das Österreichische Kanzleramt und… hier höre ich jetzt auf, sonst erreichen wir das Ende des Internets). Dem dem Kommunikationsnachwuchs helfe ich als Dozentin zum Kickstart in die Berufswelt. Ab und an moderiere ich auch eine Preisverleihung oder einen Kongress.
Meine Freizeit genieße ich besonders gerne auf meiner Terrasse. Und was ich dort tue, um in Ruhe ein gutes Buch zu lesen oder Wolkenbilder zu interpretieren oder einfach zu atmen, hat der fabelhafte Fotograf Jakob Polacsek für die Mai 2012 Ausgabe von myself abgelichtet.
Da war noch was? Ach ja, die Sache mit dem „r“.
Das steht für „registered Trademark“. Sie sehen schon, bei meinen Eltern handelt es sich um echte Marketinghaie! Falls Ihnen mein Vorname gefällt, dürfen Sie Ihre Tochter oder gerne auch Ihre Hauskatze nach mir nennen, das wäre dann eine Art von viralem Marketing und völlig ok für mich.
Zum guten Schluss: Zurück zur Wahrheit
Falls Sie ein besseres „Gschichtl“ für das Ziel Ihrer Namensgebung brauchen, und was Musisches ansprechender finden, als meine unromantische Marktwirtschaftslüge, dann erzählen Sie einfach die Wahrheit. Sagen Sie, Sie seien mit Ihrem Mann im Wohnzimmer gestanden und hätten gebrainstormt. (Heutzutage müssen Sie noch hinzufügen: „Weil das WLAN grad down war und Google auch nicht am Handy verfügbar.“) Als nächstes sagen Sie, Sie hätten gesagt, „Wenn es ein Mädchen wird, lass uns mal mit A beginnen!“ – … und dann machen Sie eine Kunstpause.
Kurz bevor die Augen Ihres Namensziels Mangagröße überschreiten, kommt Ihr Clou: „Wir haben beide wie aus einem Mund ANITRA gesagt!“. Und jetzt klicken Sie mal hier auf „Play“…
Während die Musik läuft, erzählen Sie, dass Anitra die Tochter eines Beduinenhäuptlings war und Peer Gynt neben seinem Herz auch all seiner Habe beraubt hat. Verhindern Sie, dass Ihr Namensziel googelt. Sonst stößt es auf mich, einige unrühmliche Namenspatinnen, die noch unrühmlichere italienische Übersetzung und auf eine New Yorker Obdachlosenorganisation. In diesem Sinne … 
* Wenn Sie glauben, dass ich das am 9. Juni 2013 aktualisiere, dann täuschen Sie sich – vielleicht.
** Da habe ich mir jetzt eine zweite Aktualisierungsfalle gestellt, vielleicht hätte ich lieber „Jesusi“ schreiben sollen, der lebt ewig und wechselt nicht den Job.
























